Sehnenentzündungen bei Pferden, Hunden und Katzen

Die Sehnenentzündung (Tendovaginitis) ist eine Entzündung der Sehnen meistens hervorgerufen durch Überbelastung, stumpfen Schlag, Vertreten, aber auch durch Infektionen, Frakturen der Fußgelenke, Verletzungen der Bänder oder Sehnenanrisse. Die Behandlung ist oft sehr langwierig, daher sind vorbeugende Maßnahmen effizienter. Die Dauer einer Behandlung kann mit ca. 3 -5 Monaten angesetzt werden.

Es gibt eine akute Tendovaginitis und eine chronisch rezidivierende Form der Sehnenentzündung. Die akute Form zeigt sich mit folgenden Symptomen:

  • Wärme
  • Schwellung am Gelenk und Schmerzempfindlichkeit
  • Hinken oder Lahmen beim Gang (je nach Schwere der Erkrankung)

Die chronische Form tritt mit weniger starken Beeinträchtigungen für das Tier auf und ist für den Halter sehr schwer zu erkennen. Das Tier hat überwiegend kalte Schwellungen mit Flüssigkeitsansammlungen, die zunächst leicht übersehbar sind. Dieses klinische Bild wird auch als Galle bezeichnet.

Die chronische Form tritt immer wieder auf und der Heilungsprozess ist sehr langwierig.

Beim Pferd sind vor allem die Beugesehnen an den Extremitäten häufiger betroffen.

Beim Hund sind die Vordergelenke, die vorderen Füße und oft die hinteren Füße betroffen. Hin und wieder beim Hund auch die Schultergelenke.

Bei Katzen kommt eine Tendovaginitis selten vor, außer durch Verletzungen und andere Ursachen wie z. B. eine Infektion. Katzen sind nun mal keine Leistungssportler, zudem ist ihr Bewegungsapparat anders aufgebaut als bei Pferden und Hunden. Katzen drehen sich meist beim Fallen und beim Springen, aus diesem Grund holt sich eine Katze selten eine Tendovaginitis.

Ursachen bei Pferden

Überbelastungen bei Pferden kommen vor, wenn der Bewegungsapparat des Pferdes zu stark beansprucht wird. Daher trifft es zu, dass 98% der Pferde, die regelmäßig im Pferdesport eingesetzt werden, auch irgendwann an Sehnen, Bändern oder an Muskeln erkranken. Der FN setzt leider heute sehr hohe Maßstäbe an, was die Leistung an Turnieren betrifft. Oft können die Reiter auch zeitlich und räumlich ihr Pferd nicht abreiten vor und nach dem Turnier. Aber auch vor einem Ausritt sollte das Tier aufgewärmt und nachher abgeritten werden.

Ein verantwortungsvoller Reiter versucht die Muskeln, Sehnen und Bänder des Pferdes vor einem Turnier aufzuwärmen um zu gewährleisten, dass das Tier nicht aus der Box geritten wird. Eine ideale Aufwärmzeit sollte zwischen 10 Minuten und 30 Minuten liegen.

Beim Abreiten kann ich Ihnen nur anraten, das Tier genauso lang zu bewegen wie sie eine Aufwärmzeit eingehalten haben.

Ursachen bei Hunden

Sehnenscheidenentzündung entsteht bei Hunden, wenn ihr Bewegungsapparat überbeansprucht wird, vor allem bei Zuchthunden. Mischlingshunde sind weniger anfällig.

Eine übermäßige Beanspruchung könnte entstehen, wenn das Tier vorher nur seinen normalen Spaziergang im Alltag hat und dann eine extrem lange Wanderung mit macht. Der Besitzer sollte in diesem Fall Wochen vorher sein Tier langsam an immer größer werdende Spaziergänge gewöhnen.

Die Sehnenscheidenentzündung kann auch durch einen extremen Einsatz beim Hundesport in Erscheinung treten, in diesem Fall wurde das Tier höchst wahrscheinlich nicht aufgewärmt.

Es könnte aber auch durch eine Borrelien infizierte Zecke verursacht werden oder durch einen Infekt bzw. eine Verletzung.

Krankheitsverlauf der Sehnenentzündung

Der Krankheitsverlauf einer akuten Sehnenentzündung ist fast immer gleich.

Durch einen Infekt, der nicht ganz ausgeheilt wurde, bekommt das Tier eine Tendovaginitis, oder das Tier hat sich vorher verletzt und es kamen Krankheitskeime in die Blutlaufbahn, die Erreger lösen eine Entzündung aus.

Hat sich das Tier überbeansprucht, merkt man sehr schnell, dass es sich um eine Sehnenentzündung handelt, der Bereich wird sehr warm und schwillt an, das Tier lahmt eventuell und es zeigt uns seine Schmerzen durch Bewegungsunlust. Wird die Krankheit nicht sofort behandelt oder übersehen, können Nachfolgerkrankungen entstehen bis hin zur Arthrose.

Behandlung

Hat das Pferd, der Hund oder die Katze bereits eine Tendovaginitis, sollte das Tier absolut geschont werden. Das Tier sollte von jeder Art sportlicher Betätigung ferngehalten werden, die gezielte Behandlung von Erregern, bzw. eine antibiotische Behandlung einer bakteriellen Infektion sollte durchgeführt werden.

Das betroffene Gelenk sollte einen Polsterverband erhalten und gegebenenfalls einen orthopädischen Hufbeschlag zur Entlastung der betroffenen Sehne. Bei einem Hund kann ich ihnen empfehlen, mit ihrem Tier nicht all zu lange Spaziergänge zu unternehmen und auch ihm einen Polsterverband anzulegen.

Als erste Hilfe haben sich Kohlblätter bewährt, die man auf die betroffene Stelle legt. Die Nachfolgebehandlung kann homöopathisch oder in Verbindung mit der Schulmedizin erfolgen. Zur Schmerzbehandlung kann man bei Tieren auch Ruta grav. oder Rhus tox. nehmen oder die LifeWave Pflaster einsetzen. Schulmedizin und Homöopathie sowie andere naturheilkundliche Behandlungen können hier sehr gute Erfolge erzielen. Einem Pferd sollte Ruhe gegönnt werden und Weidegang, evt. einen kleinen Spaziergang täglich. Bei einem Hund sollte man darauf achten, dass er nicht übermütig herum tollt. Eine Katze ist sehr klug und wird sich wenig bewegen. Aber auch hier würde ich ihren Freigang kürzen oder ganz einstellen.

Nachdem die Tendovaginitis, die Sehnenentzündung, ausgeheilt ist, sollte man das Tier zu einer abschließenden Behandlung geben. Um ganz sicher zu gehen, kann ein Blutbild zur Überprüfung der Entzündungsparameter erstellt werden.

Eine anschließende physikalische/physiotherapeutische Behandlung wäre von Vorteil.

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