ERU (Mondblindheit) bei Pferden

Eines Tages rief eine Pferdebesitzerin wegen Ihres Wallaches an. Bei Ihrem Wallach wurde ERU – Mondblindheit festgestellt auf dem rechten Auge. Um dem so weit wie möglich vorzubeugen, bekam das Pferd schulmedizinische Schmerzmittel und Kortisontropfen sowie einen dichten Augenschutz.

Die ERU bei Pferden (auch „Mondblindheit“) genannt, ist eine equine rezidivierende Uveitis, auch als periodische Augenentzündung bezeichnet. Beteiligt ist die Iris, die Aderhaut des Auges speziell beim Pferd, der Glaskörper und die Linse. Ein einmal erkranktes Tier neigt zu Rückfällen, die meistens entweder periodisch oder willkürlich auftreten. Bei jedem Schub mindert sich die Sehkraft beim betroffenen Auge des Pferdes ständig, was bis zur Erblindung führen kann.

Eine eindeutige Ursache der Erkrankung konnte bis heute nicht gefunden werden. Die Ursache der periodischen Augenentzündung wird bereits seit mehreren Jahrhunderten erforscht und beobachtet. Man geht heute davon aus, dass es sich um die Folge einer bakteriellen Erkrankung handelt. Es kann sich um eine bakterielle Erkrankung der Leptospirose handeln, oder eine allergische Reaktion auf das Eiweiß der Leptospiren. Dabei lösen die Leptospiren Entzündugnserscheinungen aus und setzen die körpereigene Abwehrkräfte außer Kraft.

Bei Aplassa-Pferden wurde eine genetische Veranlagung festgestellt, weshalb diese Rasse sehr anfällig ist für ERU-Krankheiten.

Die Bakterien aus der Gruppe der Spirochaeten werden häufig über verdorbenes Futter aufgenommen, in dem Exkremente (von Urin und Kot) von Kleintieren wie z.B. Mäusen enthalten sind. Ebenfalls häuft sich die Erkrankung bei Pferden, die in einem sumpfigen Gebiet gehalten werden.

Erkrankte Pferde sind lichtscheu, zeigen einen vermehrten Tränenfluss, die Bindehaut des Augenlids ist stark gerötet, und die Pupillen verengen sich. Es tritt häufig eine Trübung der Hornhaut ein. Das Auge ist geschwollen und heiß, das Pferd kann durch die Entzündung unter Fieber leiden und wirkt daher zeitweise teilnahmslos.

Der Zeitraum bis zur vollständigen Erblindung richtet sich nach der Heftigkeit und Häufigkeit der Schübe und variiert zwischen einem halben Jahr bis neun Jahren.

Die Erkrankung gilt als fast unheilbar. Es gibt auch verschiedene Behandlungsmethoden mit unterschiedlichen Erfolgen: Durch eine Operation der Vitrektomie kann das periodische Auftreten der Krankheit gestoppt werden. Hierbei wird der Glaskörper des Auges ganz oder teilweise entfernt, wodurch die Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte, die die Entzündungsschübe auslösen, eventuell mit entfernt werden. Eine dauerhafte Kortisonbehandlung der Augen, sowie die Behandlung mit Antibiotika, um die Entzündung im Körper des Tieres zu behandeln, wäre auch eine Alternative. Das Pferd sollte möglichst auch einen Augenschutz tragen.

Zurück zu meinem Fall:

Bei meiner Erstanamnese stellte ich fest, dass das rechte Auge bei dem Pferd stark entzündet war. Die typischen Symptome der Erkrankung waren nach einer schulmedizinischen Behandlung noch vorhanden und eine Besserung der Krankheit war noch nicht feststellbar.

Mein Behandlungsplan nach der erfolgten Anamnese:

Ich schlug der Besitzerin die Behandlung mit naturheilkundlichen Augentropfen von Vitorgan für beide Augen und homöopathische Augentropfen in beide Augen vor. Die Kortisonaugentropfen wurden morgens verabreicht, bis sie nicht mehr benötigt wurden. Zusätzlich wurden 3 mal in der Woche 2 verschiedene homöopathische Komplexmittel von Vitorgan subcuntan verabreicht.

Ab der 2. Woche zeigte sich das erste Mal eine wesentliche Besserung: der Wallach machte seine Augen auf, auch ohne Augenschutz. Die Kortisonaugentropfen wurden nur noch jeden 2. Tag morgens in das Auge gegeben Nach der 2. Woche konnte ein Ausritt ohne Sichtschutz gestattet werden. Das Pferd hielt die Augen geöffnet. Die Entzündung ging zurück.

2 1/2 Wochen später änderte sich der Behandlungsplan durch ein positives Ergebnis der Behandlung:

Ab der 4. Woche nur noch jeden 3. Tag Kortisonaugentrofen gegeben, die Augentropfen wurden weiterhin täglich verabreicht; von den Komplexmitteln wurde jeden 3. Tag eine Ampulle gespritzt. Das Pferd hatte den Augenschutz nur noch einige Stunden tagsüber getragen, und konnte ohne Probleme die Augen aufmachen. Von der Entzündung sah man kaum noch etwas.

Ab der 5. Woche konnten wir abermals den Behandlungsplan ändern: Der Wallach erhielt nur noch jeden 4. Tag Kortisonaugentropfen, täglich die Augentropfen, die Koomplexmittel erhielt das Pferd nur noch alle 2 Tage gespritzt.

Es zeigte sich eine wesentliche Besserung am Auge des Pferdes. Von den Entzündungssymptomen sah man nichts mehr.

Eine weitere Woche später konnten die Kortisonaugentropfen auf dem betroffenen Auge abgesetzt werden, das Komplexmittel wurde nur noch 2 mal in der Woche gespritzt. Das Tier erhielt nur noch die homöopathischen Augentropfen täglich auf dem betroffenen Auge, von der Entzündung war nichts mehr zu sehen. Das Pferd hat seit diesem Zeitpunkt keinen Schub mehr bekommen.

Weitere 8 Tage später war das Tier beschwerdefrei und bekam nur noch täglich die homöopathischen Augentropfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.