Hüftgelenksdysplasie bei Hunden und Pferden

Die Hüftgelenksdysplasie, auch HD genannt, ist eine Fehlentwicklung der Hüftgelenke, die bei Hunden, Katzen und Pferden erscheinen kann.

Betroffen sind sämtliche Hunderassen, wobei großwüchsige Rassen besonders betroffen sind.

Erstmals wurde die Krankheit beim deutschen Schäferhund diagnostiziert und wird daher noch immer fälschlicherweise hauptsächlich mit dieser Rasse in Verbindung gebracht, obwohl es sich eigentlich nicht nur um eine Erkrankung von Hunden handelt, sondern auch von Katzen bzw. Fohlen.

Bei Hunden ist die Häufigkeit des Vorkommens je nach Rasse und Wuchs bis zu 50%, bei den Hauskatzen tritt diese Krankheit hauptsächlich bei Maine-Coon-Katzen auf.

Die HD ist zu 80 % genetisch bedingt. Da falsche Ernährung und Haltung die Ausprägung und das Fortschreiten der Krankheit begünstigen, handelt es sich hierbei um ein von vielen Faktoren abhängiges Geschehen.

Klinisch zeigt sich die HD in zunehmender Bewegungseinschränkung und Schmerzhaftigkeit, die infolge des krankhaften Umbauprozesses am Hüftgelenk (Coxarthrose) entstehen. Im fortgeschrittenen Stadium kann nur die Entfernung des Hüfgelenkes mit oder ohne Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes eine deutliche Veränderung herbeiführen.

Die Ausprägung der Symptome einer HD variiert nach Alter bzw. Stadium der Krankheit. Bei relativ jungen Tieren, in einem Alter bis einem Jahr, kommt es zu Schmerzen, weil der Kopf des Oberschenkelknochens in der Hüftgelenkpfanne nur ungenügend Halt findet und durch seine abnorme Beweglichkeit schmerzempfindliche Nervenfasern der Knochenhaut der Pfannenränder reizt. Ältere Tiere bilden Schmerzen eher infolge fortschreitender degenerativer Veränderungen durch Arthrose des Hüftgelenks.

Eine beginnende HD äußert sich durch zunehmende Schmerzen bei Spaziergängen. Der Hund will z.B. nicht mehr weiterlaufen, setzt er sich öfters hin, schreit beim Spielen gelegentlich auf und zeigt einen instabilen Gang, sollte man das Tier untersuchen lassen.

Bei Pferden erkennt man die ersten Symptome als Lahmen beim Bewegen. Auch hier sollte dann eine eingehende Untersuchung stattfinden.

HD ist bei Katzen eine erworbene Erkrankung der Hüfgelenke, d.h. die Katze wird nicht mit HD geboren, aber sie kann sich im Laufe der Zeit entwickeln. Aktuelle Forschungen zeigen, dass es eine Erbkrankheit ist. Die Erkrankung ist nicht an ein einzelnes Gen, sondern an multiple Genpaare gekoppelt. Beide Eltern einer betroffenen Katze leiden entweder selbst unter HD oder sind Träger der Krankheit.

Die HD hat sowie die Arthrose verschiedene Schweregrade.

Vorbeugung

Eine Verhinderung des Fortschreitens kann durch richtige Ernährung und nicht zu viel Sport, vor allem durch wenig Belastung und das Vermeiden von Stauchen und Überdehnen des Hüftgelenkes erreicht werden. Eine Physiotherapie kann durch gezielten Aufbau der Becken- und Oberschenkelmuskulatur das Hüftgelenk entlasten. Die Zugabe von knorpelaufbauenden Zusatzfuttermitteln ist ebenfalls möglich.

Die Physiotherapie orientiert sich bei der Behandlung an den Beschwerden und den Funktions-, Bewegungs- bzw. Aktivitätseinschränkungen des Patienten, die bei der physiotherapeutischen Untersuchung festgestellt werden.

Eine physikalische und physiotherapeutische Behandlung ergänzt eine gute Vorbeugungsmaßnahme in diesem Bereich:

  • Wärme – Kältetherapie
  • Krankengymnastik zum Muskelaufbau
  • Motorik verbessern
  • Gezielte Bewegungstherapie
  • Massagen
  • Akupunktur

Behandlung

Die HD ist eine Erkrankung die man lindern, aber nicht heilen kann. Es gibt folgende Behandlungsmöglichkeiten:

Das Einsetzen eines künstlichen Hüfgelenks ist eine sehr kostenintensive Behandlung. Die Operation führt im Regelfall zur Beschwerdefreiheit bis ins hohe Alter. Es ist wichtig, den Hund beim anschließenden Muskelaufbau durch viel Bewegung zu unterstützen. Laufen am Fahrrad und Schwimmen sind ideal. Gute Resultate werden auch mit der zusätzlichen Medikation von Muskelaufbaupräparaten erzielt.

Eine Stammzellentherapie ist möglich: Mit der Stammzellentherapie können Knorpel wieder aufgebaut und Schmerzen reduziert werden.

Physiotherapie: zur Schmerzlinderung und zum Muskelaufbau

  • Wärme – Kältetherapie
  • Krankengymnastik zum Muskelaufbau
  • Motorik verbessern
  • Gezielte Bewegungstherapie
  • Massagen
  • Akupunktur

Orthopädisches Hundebett: zur Schmerzlinderung, eine Wirkung ist jedoch nicht nachgewiesen.

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